Die jüdische Küche
Die jüdische Küche ist besonders interessant, weil ihre Rezepte und Zubereitungsformen geprägt sind von den zahlreichen verschiedenen Einflüssen der Länder, in denen die Juden gelebt haben und auch heute noch leben. Das sind unter anderem orientalische und asiatische Einflüsse, aber auch österreichische, spanische und portugiesische. Langweilig ist sie also auf keinen Fall, auch wenn sie den strengen jüdischen Speisegesetzen unterliegt.

Rinder sind koscher. Auch wenn dieser Artgenosse wohl nicht verspeist werden möchte.
Das Wort „koscher“ hat wohl jeder schon einmal gehört
Die Bezeichnung „koscher“ kennt man in der Regel, aber so genau weiß man eigentlich nicht was damit gemeint ist. Als „koscher“ gelten alle Speisen und Getränke, die nach den jüdischen Speisegesetzen (Kaschrut) verzehrt werden dürfen. Es handelt sich hierbei also um religionsgesetzliche Vorschriften, die, wie im Christentum auch, von manchen Gläubigen sehr ernst genommen, von anderen gänzlich missachtet werden.
Grundregeln der jüdischen Küche
Es gibt einige grundsätzliche Regeln in der jüdischen Küche. Beispielsweise ist der Blutgenuss strengstens untersagt. Deswegen werden koschere Tiere „geschächtet“ und das Fleisch anschließend gepökelt und gewässert, um sicherzustellen dass es frei von Blut ist. Es dürfen generell nur bestimmte koschere Tierarten (und deren Milch) verzehrt werden. Die jüdische Küche unterscheidet zudem drei Arten von Lebensmitteln, die auch nur bedingt miteinander kombiniert werden können. Das sind fleischige Lebensmittel („basari“), milchige Lebensmittel („chalawi“) und neutrale Lebensmittel („parwe“).
Welche Tiere sind koscher?
Als koschere Tiere „essbar“ sind von den Landtieren diejenigen, die zweigespaltene Hufe haben und gleichzeitig Wiederkäuer sind. Das sind zum Beispiel Rinder und Ziegen. Wenn ein Tier nur eines dieses Merkmale aufweist, wie zum Beispiel das Schwein, dass zwar zweigespaltene Hufe hat, aber nicht wiederkäut, dann ist es auch nicht koscher. Insekten und Reptilien sind nicht koscher. Bei den im Wasser lebenden Tieren sind diejenigen Tiere koscher, die sowohl Flossen als auch Schuppen haben. Das trifft für die meisten Fischarten zu, nicht jedoch für z.B. Aale, Welse, Muscheln, Schnecken oder Krebse. Bei Geflügel sind im Grunde alle Aasfresser und Raubvögel nicht koscher. Die „domestizierten“ Vögel hingegen, wie Gänse, Enten und Hühner, sind koscher.
Was vom koscheren Tier stammt ist koscher
Irgendwie erscheint es fast logisch, dass nur Produkt von koscheren Tieren auch koschere Produkte sind. Hühnereier sind also koscher, weil Hühner auch koscher sind. Kuhmilch ist koscher, während Stutenmilch nicht koscher wäre. Die einzige Ausnahme von dieser Regel ist Honig, der zwar als koscher gilt, Insekten allgemein aber nicht koscher sind.
Milch und Fleisch werden getrennt gegessen
Es gibt in der jüdischen Küche die Regel, dass fleischige und milchige Speisen nicht zusammen gegessen werden dürfen. Aus diesem Grunde verwenden viele Haushalte sogar unterschiedliches Geschirr für fleischige und für milchige Speisen. Fleischige Speisen sind alle, die Fleisch oder Knochen von koscheren Tieren enthalten. Milchige Speisen sind alle, die Milch oder Milchprodukte wie Butter und Käse von koscheren Tieren enthalten. Damit milchige und fleischige Speisen auch im Magen nicht vermischt werden, gibt es eine Wartezeit die man zwischen den Mahlzeiten einhalten muss. Gerichte, die weder fleischig noch milchig sind, nennt man „parwe“. Sie sind neutral und können sowohl mit fleischigen als auch mit milchigen Gerichten kombiniert werden. Dazu gehören Gemüse, Getreide und Obst (natürlich Insektenfrei).







