ESL-Milch: Extended Shelf Life - Was heisst das genau? -> Apotheke

Bedeutet „länger frische Milch“ schlechtere Milch?

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Unlängst hat die so genannte „länger frische Milch“ die herkömmliche Frischmilch aus den meisten Regalen verdrängt, ganz still und heimlich, so könnte man meinen. Verbraucherschutzorganisationen jedoch haben es bemerkt und bezichtigen die Milchindustrie der Verbrauchertäuschung. Die Bezeichnung „länger frisch“ sei irreführend und außerdem nütze die längere Haltbarkeit hauptsächlich dem Handel.

ESL Milch Extended Shelf Life

ESL-Milch: Die länger frischere Milch ist eine neue Alternative im Kühlregal

 

Wofür steht die Abkürzung ESL denn genau?

Die Fachbezeichnung ESL steht für Extended Shelf Life, was übersetzt soviel bedeutet wie "Längeres Leben im Regal". Meist sei diese Bezeichnung nur ganz klein auf dem Milchkarton aufgedruckt. Verbrauchertäuschung durch irreführende Kennzeichnung ist abzulehnen, keine Frage, aber was den Verbraucher dann doch auch interessiert, ist: Wie unterscheidet sich denn die ESL-Milch von der frischen Milch bezüglich des Geschmacks? Und der Nährwerte? Ist sie denn „schlechter“ als die herkömmliche frische Milch? Oder sogar schädlich?

Wie wird ESL-Milch hergestellt?

Dazu kann man sich zunächst einmal das Herstellungsverfahren vor Augen führen, denn hierin ist der Unterschied begründet. Die herkömmliche Frischmilch wird für eine Dauer von maximal 30 Sekunden auf etwa 75 °C erhitzt (pasteurisiert), um mögliche Keime abzutöten. Das macht die ungeöffnete Milch etwa eineWoche haltbar. Für die Herstellung der ESL Milch gibt es sogar zwei Möglichkeiten. Entweder, die Milch wird bei Temperaturen über 120 °C pasteurisiert oder der Rahmanteil wird von dem Magermilchanteil getrennt. Dann wird nur der Rahm bei Temperaturen um die 75° pasteurisiert und der Magermilchanteil wird der so genannten Mikrofiltration unterzogen, einem rein physikalischen Verfahren zur Keimreduzierung. Anschließend werden beide Teile derMilch wieder miteinander vermischt. Unabhängig davon welches Verfahren verwendet wurde, ist die ungeöffnete ESL-Milch nun länger haltbar als herkömmliche Frischmilch, nämlich etwa 3 Wochen.

Was ist der Unterschied zwischen ESL-Milch und H-Milch?

Wenn es um die längere Haltbarkeit geht, warum greift man dann nicht einfach auf die altbewährte H-Milch (Ultrahocherhitzte Milch bei Temperaturen um 150 °C) zurück, die sogar ungekühlt mehrere Wochen haltbar ist? Hier hat sich die Milchindustrie wahrlich etwas einfallen lassen. H-Milch unterscheidet sich geschmacklich deutlich von Frischmilch. Beim Geschmack scheiden sich aber wie immer die Geister.Während sich die Einen so an den Geschmack von H-Milch gewöhnt haben, dass sie sie der Frischmilch sogar vorziehen, lehnen die Frischmilchtrinker den Geschmack von H-Milch oft völlig ab.

Die neue ESL Milch soll nun den Geschmack der frischen Milch mit dem Vorteil der längeren Haltbarkeit vereinen. Eine sensorische Untersuchung des Max-Rubner-Instituts hat tatsächlich ergeben, dass Probanden die ESL Milch geschmacklich kaum von der herkömmlichen Frischmilch unterscheiden konnten.

So weit so gut. ESL-Milch schmeckt fast wie Frischmilch, aber was ist mit dem Nährstoffgehalt? Für Viele gilt Milch nach wie vor als Lebensmittel, von dessen Inhalt sie sich viel „Gutes“ erhoffen. Berechtigt, wenn man bedenkt, dass Milch nebst Calcium und Proteinen auch viele Vitamine enthält. Kaum wurde die ESL-Milch eingeführt, wurden schon Bedenken laut, dass durch den Herstellungsprozess wichtige Vitamine zerstört werden könnten. Dieser Frage hat sich ebenfalls das Max-Rubner-Institut angenommen und dabei entdeckt, dass sich auch hier die ESL-Milch kaum von der herkömmlichen Frischmilch unterscheide. Es seien messbar keine niedrigeren Konzentrationen an Vitaminen festzustellen.

ESL-Milch ist keine "schlechtere Milch"

ESL-Milch ist also keineswegs schlechter oder gar schädlich. Vielleicht nützt sie somit also nicht nur dem Handel, sondern auch dem Verbraucher, der nicht so oft Einkaufen gehen möchte. Wer auf seine herkömmliche Frischmilch aber nicht verzichten mag, der findet sie nach wie vor im gut sortierten Einzelhandel und in vielen Bioläden auch in hochwertiger Bioqualität.

Kommentare

keim 16:09 12.02.2012 E-mail

Fest steht, jegliche Behandlungen eines Produktes ändert seine Wertigkeit.

Diskutiert wird überall die Milchzucker-Unverträglickeit.

Untersuchungen der ESL-Milch gegenüber der Frischmilch haben zwar keine großen Verluste an Vitaminen u. Mineralien ergeben.

Festgestellt wurde " nur eine veränderte Eiweißstruktur der Milch -Proteine ".

Dies ist aber die schlimmste Veränderung. Mit Eiweißbausteinen bauen wir unseren Körper naturgerecht auf.

Veränderte Proteine erzeugen Allergien und haben Wirkungen bei der Krebsentstehung usw. usw.

Stoffe, die der Körper des Menschen nicht kennt, versucht er abzustoßen mit erhablichen körperlichen Reaktionen.

Man muss sich wundern, welche Veränderungen an Nahrungsmittel von " Fachleuten " akzeptiert werden !!!!

keim 16:10 12.02.2012 E-mail

Fest steht, jegliche Behandlungen eines Produktes ändert seine Wertigkeit.

Diskutiert wird überall die Milchzucker-Unverträglickeit.

Untersuchungen der ESL-Milch gegenüber der Frischmilch haben zwar keine großen Verluste an Vitaminen u. Mineralien ergeben.

Festgestellt wurde " nur eine veränderte Eiweißstruktur der Milch -Proteine ".

Dies ist aber die schlimmste Veränderung. Mit Eiweißbausteinen bauen wir unseren Körper naturgerecht auf.

Veränderte Proteine erzeugen Allergien und haben Wirkungen bei der Krebsentstehung usw. usw.

Stoffe, die der Körper des Menschen nicht kennt, versucht er abzustoßen mit erheblichen körperlichen Reaktionen.

Man muss sich wundern, welche Veränderungen an Nahrungsmittel von " Fachleuten " akzeptiert werden !!!!

juvalis 09:27 13.02.2012 Webseite E-mail

Sehr geehrter Kommentator,

die Meinung der Fachleute ist letztendlich auch nur das Ergebnis wissenschaftlicher Erkenntnisse, nach denen gezielt gesucht wurde. Sie werden bemerkt haben, dass immer mal wieder etwas revidiert wird, weil es plötzlich neue Erkenntnisse gibt. Dennoch ist es für uns „Fachleute“ derzeit die einzige Möglichkeit, validierbare Empfehlungen zu formulieren.

Ich habe vollstes Verständnis für Ihre Sorge bezüglich des Allergenpotentials. Und tatsächlich bedarf es hier noch weiterer Forschung, wie beispielsweise auch das BfR einräumt. Andererseits gibt es auf Basis des aktuellen Forschungsstandes aber auch keinerlei Hinweise darauf, dass ESL – Milch ein irgendwie höheres Allergenpotenzial hat oder „gefährlicher“ ist als herkömmliche Milch. Im Gegenteil. Der Verzehr von Rohmilch, also der „unveränderten“ Milch, kann schlimme bakterielle Infektionen hervorrufen. Zudem geht man davon aus, dass das allergene Potential der Milch, dass ja natürlicherweise gegeben ist, durch eine Behandlung sogar eher reduziert werde als erhöht. Aber wie gesagt, hier gibt es sicherlich noch Forschungsbedarf. Sofern es neue und vor allem fundierte Erkenntnisse dazu gibt, werden wir auch an dieser Stelle darüber berichten.

Die Lebensmittelindustrie bringt vieles hervor, worüber man sich Gedanken machen kann. Gleichzeitig ist der Mensch von "Natur aus" skeptisch gegenüber Neuerungen. Die Wahrheit liegt wie immer wohl irgendwo dazwischen. Ich finde gut, wenn Verbraucher kritisch sind und sich auch mitteilen. Vielen Dank also für ihren Kommentar, der sicher zum Nachdenken anregt. Ich bin sicher, Sie sind nicht der Einzige, den dieser Gedanke beschäftigt.

Freundliche Grüße,

Dipl. Oec. troph. Elisabeth Weise

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