Weniger schwitzen
Puh, ist das heiß. Wieder einmal klettert das Thermometer unbarmherzig über die 30 Grad-Marke, und dabei ist es noch nicht einmal Mittag. Gerade kommen Sie vom Einkaufen zurück und fühlen sich schon schweißgebadet. Alles klebt am Körper, also nichts wie raus aus den Klamotten, ab unter die Dusche und noch mal von vorn. Sommer und schönes Wetter ist etwas Wunderbares - wenn wir nur nicht so schwitzen würden. In U-Bahn, Bus und Tram herrscht Müffel-Alarm, und ein Händedruck kann zum glitschigen Albtraum werden. Aber warum ist das so? Gibt es Tricks, mit denen man das Schwitzen reduzieren kann?

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Warum schwitzen wir überhaupt?
Schwitzen ist ein natürlicher Prozess, mit dem sich der Körper vor Überhitzen schützt. Durch das Austreten der Schweißflüssigkeit kommt es auf der Haut zu Verdunstung. Das kühlt und sorgt für einen Temperaturausgleich. Was uns lästig erscheint, ist also lebenswichtig. Unsere Haut enthält unzählige Schweißdrüsen, von denen sich besonders viele an den Fußsohlen, den Handflächen und an der Stirn befinden. Wann die Schweißdrüsen aktiv werden, wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert, dessen oberste Kommandozentrale im Gehirn im Hypothalamus liegt. Die meisten Menschen schwitzen nicht nur bei Hitze, sondern auch bei starken Gefühlen wie Angst oder Aufregung, beim Sport oder bei scharfem Essen. Dass Sportler weniger schwitzen, ist übrigens ein Gerücht. Bei gut trainierten Menschen dauert es zwar länger, bis sie ins Schwitzen kommen, auf die Schweißmenge hat das aber keinen Einfluss. Wie viel oder wenig wir schwitzen, kann sich im Laufe des Lebens ändern und hängt von vielen Faktoren ab wie Ernährung, psychischer Verfassung und hormoneller Umstellung oder Gewicht.
Weniger schwitzen - die besten Tipps
Auch wenn wir das Schwitzen nicht ganz abstellen können (und auch gar nicht sollten) - es gibt ein paar Tipps, mit denen Sie die Schwitzgefahr etwas eindämmen können:
- Nikotin, Koffein und Alkohol regen den Stoffwechsel an und fördern deshalb auch die Schweißproduktion. Wer weniger schwitzen will, sollte sich im Sommer bei Kaffee, Zigaretten und alkoholischen Getränken zurückhalten.
- Manche Gewürze wirken schweißtreibend, dazu gehören Scharfmacher wie Pfeffer oder Chili, aber auch Zimt und Kerbel. Wer schnell und viel schwitzt, sollte darauf lieber verzichten.
- Eine schweißhemmende Wirkung hat dagegen Salbei. Eine tägliche Tasse Salbeitee kann die Aktivität der Schweißdrüsen eindämmen.
- Auch Antitranspirantien aus der Drogerie oder Apotheke vermindern vorübergehend die Schweißproduktion. Die in ihnen enthaltenen Mineralien sorgen dafür, dass sich die Schweißdrüsen verengen und weniger Sekret durchlassen.
- Klingt zwar seltsam, stimmt aber: Wenn es heiß ist, sollten Sie nicht zu kalt trinken oder kalt duschen. Denn der Körper reagiert auf den krassen Temperaturunterschied erst recht mit Schweißausbrüchen. Besser: warme bis lauwarme Getränke und lauwarm baden oder duschen.
- Natürlich hat auch unsere Kleidung Auswirkungen darauf, wie stark wir schwitzen. Tragen Sie im Sommer am besten luftige Kleidung aus Naturmaterialien wie Baumwolle oder Leinen.
Das hilft gegen Müffel-Alarm
Schweiß ist zunächst einmal geruchslos, wenn er austritt. Erst wenn die Bakterien auf der Haut beginnen, das Schweiß-Sekret zu zerlegen, entwickeln sich unangenehme Gerüche. Vor allem in einem feuchtwarmen Mikroklima wie in geschlossenen Schuhen oder unter Hemden und Blusen aus Synthetik können sich die Bakterien so richtig austoben. Tragen Sie im Sommer deshalb am besten luftige Kleidung aus Baumwolle oder Leinen und verzichten Sie auf Materialien, unter denen es Hitzestau geben kann. Auch an den Köperhaaren unter den Achseln sammeln sich gerne Bakterien. Regelmäßiges Rasieren hilft dabei, unangenehme Gerüche zu vermeiden. Ein Hausmittel gegen Schweißfüße sind regelmäßige Fußbäder mit lauwarmem grünem Tee oder mit ätherischen Ölen wie Salbei und Pfefferminze.
Krankhaftes Schwitzen
Manche Menschen leiden an starken Schweißausbrüchen, für die auf den ersten Blick kein konkreter Anlass erkennbar ist. Mediziner sprechen in solchen Fällen von Hyperhidrose. Ursachen dafür können zum Beispiel Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen sein. Wenn Sie glauben, dass Sie davon betroffen sind, dann sollten Sie dies mit Ihrem Hausarzt besprechen.








Kommentare
FancyBeast 19:22 11.07.2012 E-mail
Hi,
Danke für deinen Artikel, er mir sehr weiter geholfen.
Ich habe mich diese Woche selber mit diesem Thema beschäftig und bin jetzt am aus testen
Sammi 11:38 15.08.2012 E-mail
Hallo,
die besten Tipps gegen das Schwitzen haben mir besonders gut gefallen. Vielleicht sollte man noch berücksichtigen, dass bestimmte Medikamente auch zu verstärktem Schwitzen führen können. Ich muss Medikamente für die Schilddrüse einnehmen und habe Schwitzattacken bekommen. Nach einem Medikamentenwechsel wurde die Symptomatik besser. In der Apothekenumschau ist dazu auch ein guter Artikel, der beschreibt, welche Medikamente die Schweißbildung beeinflussen können.
Lenny 16:32 21.08.2012 E-mail
Ich versuche es derzeit mit lauwarmen Salbeitee, soll ja auch bei diesem heissen Wetter gegen die Schweißausbrüche helfen. Außerdem leide ich vermehrt unter Schweißfüßen. In dieser Richtung könnte der Artikel noch ausgebaut werden. Versuche schon so oft es geht Barfuß zu laufen. Auf der Arbeit ist das natürlich keine Alternative. Habe zum Problem bei Schweißfüßen ein paar Tipps gefunden, die ich noch austesten werde.
Der Juvalis Blog ist übrigens sehr ansprechend und übersichtlich. Weiter so!