Trennkost - Davon kann man sich trennen

Trennkost – davon kann man sich trennen!

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Die so genannte Trennkost war Anfang der 1990er eine sehr beliebte Art der Diät und ist heute fast ganz aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Aber eben nur fast. In jedem Buchladen findet man eigentlich noch den ein oder anderen Ratgeber dazu und wer sich jetzt am Ende des Jahres schon mal damit auseinandersetzt, auf welche Weise er seine alljährliche Neujahrsdiät durchführen wird, dem fällt vielleicht ein solcher Ratgeber in die Hände. Und da wäre es doch gut, gleich zu wissen, mit was man es zu tun hat.

Trennkost - ein kritisch zu sehendes Ernährungskonzept

Trennkost - ein kritisch zu sehendes Ernährungskonzept

 

So soll Trennkost funktionieren

Die Trennkost nach Hay (oder auch Haysche Trennkost) wurde, wie so viele Diätformen, in den USA entwickelt. Ein Arzt namens Howard Hay ging davon aus, dass der menschliche Körper nicht in der Lage sei, gleichzeitig Eiweiß und Kohlenhydrate zu verdauen, weil Eiweiße saure und Kohlenhydrate basische Verdauungssäfte benötigen. Die Verdauung der Kohlenhydrate beginnt bereits im Mund im basischen Milieu, die Eiweißverdauung setzt dann erst im sauren Milieu des Magens ein. Hay behauptete, dass bei einer Mischung dieser beiden Nährstoffe nicht beides gleichzeitig passieren könne und daraufhin die Kohlenhydrate nicht richtig verdaut würden, in Form von Stärke den Magen verließen und dann im weiteren Verlauf zu Gärungsprozessen im Darm und Übersäuerung führen würden. Viele denken, dass es bei der Trennkost darum gehe Gewicht zu verlieren. Tatsächlich ging es Dr. Hay aber um die Übersäuerung des Körpers, die er als Ursache für so ziemlich jede Zivilisationskrankheit ansah. Er traf daraufhin eine nach heutigen Maßstäben sehr willkürliche Einteilung nach Säure bildenden und Basen bildenden Lebensmitteln.

Wie lauten die Ernährungsempfehlungen der Trennkost-Idee?

Die Trennkost-Empfehlungen lauten, dass der Großteil der Nahrung (etwa 80%) aus Obst und Gemüse, vorwiegend roh verzehrt, bestehen soll. Auch Milch, Joghurt und Sahne gehören in diese „Basen bildende“ Gruppe. Nur 20 % der Kost soll dann noch aus den „Säure bildenden“ Lebensmitteln bestehen. Dazu gehören unter anderem Getreide, Fisch und Fleisch, Eier, Käse und Quark. Es gibt auch „neutrale“ Lebensmittel, die beliebig kombiniert werden dürfen. Dazu gehören   unter anderem Nüsse, Gewürze, Fette und Öle. Wie der Name schon sagt, sollen außerdem Eiweißreiche und Kohlenhydratreiche Mahlzeiten getrennt voneinander und mit einem Abstand von mindestens 3 Stunden verzehrt werden. Er empfiehlt morgens und abends eine Kohlenhydrat- betonte und mittags eine Eiweiß-betonte Mahlzeit.

Das Prinzip der Trennkost ist einfach falsch

Bewerten muss man das Konzept der Trennkost sehr kritisch. Die Theorie, dass Kohlenhydrate und Eiweiße nicht gleichzeitig verdaut werden könnten ist einfach falsch. Dank zahlreicher Enyme funktioniert die Verdauung im Darm auch gleichzeitig einwandfrei. Muttermilch enthält sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate, was häufig als Gegenbeweis zur Hayschen Theorie angeführt wird. Auch kommt es zu keiner Übersäuerung, denn der Körper hält mehrere Puffersysteme bereit. Diese funktionieren wunderbar wenn man nicht gerade fastet, Hochleistungssport betreibt oder unter einer Stoffwechselstörung oder Nierenproblemen leidet. Problematisch ist auch, dass durch das Trennprinzip die optimale Ergänzung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß (z.B. Kartoffeln und Ei) nicht möglich ist. In Kombination erzielt man so eigentlich die beste biologische Wertigkeit von Eiweiß. Positiv ist, dass der Anteil von Obst und Gemüse in der Ernährung so hoch ist, weshalb letztlich Viele mit dieser Diät abnehmen. Dafür kann es wiederum zu einem Mangel an anderen Nährstoffen wie Kalzium, Eisen und B-Vitaminen kommen. Insgesamt ist diese Diätform also abzulehnen, weil die Ernährung damit weder ausgewogen noch gesundheitsfördernd ist.

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