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Aufräumaktion: Der Mythos des Säure-Basen-Haushalts

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Über den Säure-Basen-Haushalt wird so einiges verbreitet: Manches ist wahr, Vieles ist es nicht. Nach meinem Empfinden scheint das Säure-Basen-Gleichgewicht zur Hauptsorge des nach Heilung-durch-Ernährung suchenden Volkes zu avancieren.  Die Idee ist ja auch wieder mal einfach zu schön: „Probleme mit XY? Dann bist du übersäuert! Bring einfach deinen Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht, dann geht es dir besser.“ Ich glaube es ist Zeit, diesen verstaubten Mythos in die Tonne zu werfen und aufzuräumen.

Tonne

Der Mythos des Säure-Basen-Haushalts gehört in die Tonne.

 

Was bedeutet eigentlich Säure-Basen-Haushalt?

Wenn wir vom Säure-Basen-Haushalt sprechen, dann ist damit eigentlich der pH-Wert des Körpers gemeint. Chemische Reaktionen (z.B. Enzymatische Prozesse) brauchen einen bestimmten pH-Wert, damit sie optimal ablaufen können. Deshalb sollte der pH-Wert möglichst konstant sein. Wenn der Säure-Basen-Haushalt gestört ist, heißt das also, dass der pH-Wert entweder zu hoch oder zu niedrig ist.

Was ist der pH – Wert?

Der pH - Wert zeigt an, ob eine Flüssigkeit sauer (pH < 7), neutral (pH = 7) oder alkalisch bzw. basisch (pH > 7) ist. Verschiedene Körperflüssigkeiten haben verschiedene pH-Werte. Normalerweise findet man im Blut einen leicht alkalischen Wert von 7,4 vor, im Intrazellulärraum einen leicht sauren Wert von 6,9 und im Bindegewebe einen neutralen Wert von 7,05. Liegen diese Werte unter den Normwerten, also in Richtung „sauer“, spricht man von Azidose. Liegen sie  über den Normwerten, also in Richtung „basisch“,  spricht man von Alkalose.

Was sind Säuren?

Chemisch betrachtet sind Säuren sogenannte Protonen (H+)-Spender. H+ entstehen aus körpereigenen Substanzen und aus Stoffwechselprodukten aus der Nahrung.  Beim Abbau von schwefelhaltigen und kationischen Aminosäuren entstehen Säuren, die ausgeschieden werden müssen. Beispiel: Die schwefelhaltige Aminosäure Cystein wird zu Glucose umgebaut. Dabei entstehen Harnstoff (SO42-) und H+.

Gibt es säurebildende Lebensmittel?

Ja, es gibt säurebildende Lebensmittel, zu denen auf Grund ihres hohen Gehalts an schwefelhaltigen Aminosäuren vor allem Fleisch, Fisch, Käse, Milch und Eier gehören. Auch Getreide und Hülsenfrüchte sind Säurebildner. Beim Abbau von Phosphorhaltigen Substanzen aus z.B. Cola oder Fleischfertiggerichten können ebenfalls Säuren entstehen.  Ob ein Lebensmittel ein Säurebildner ist, erkennt man allerdings nicht am „sauren“ Geschmack.  Zitronensaft beispielsweise ist zwar geschmacklich sehr sauer, aber ein Basenbildner.

Was sind Basen?

Basen sind die Gegenspieler der Säuren. Sie können Protonen aufnehmen, wie beispielsweise das Hydroxylanion OH-. Das Milieu im Körper wird also basischer, wenn viel OH- entsteht oder weniger H+ - Ionen vorhanden sind. OH- entstehen bei der Verstoffwechselung von anionischen Aminosäuren (z.B. Glutamat) und organischen Säuren (z.B. Citrat, Lactat).

Gibt es basenbildende Lebensmittel?

Ja, es gibt auch basenbildende Lebensmittel. Das sind vor allem die Lebensmittel, die man gar nicht häufig genug essen kann, nämlich Obst und Gemüse. Die sind auf Grund ihres hohen Mineralstoffgehaltes basenbildend bzw. weil ihr Gehalt an OH- größer ist als der Gehalt an H+;  OH- wird also abgegeben. Reine Obst- und Gemüsesäfte zählen auch dazu, genauso wie mineralstoffreiches Wasser. Weißmehlprodukte, Kaffee, Tee, Wein und Kakao sind übrigens auch Basenbildner, entgegen der Behauptung vieler Naturheilkundler. Fette, Öle und Zucker gelten als neutral.

 

Hier geht es zum zweiten Teil: Aufräumaktion: Der Mythos des Säure-Basen-Haushalts

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