Frailty & Sarkopenie - Richtige Ernährung für Senioren > Apotheke

Ernährung von Senioren: Was hilft bei frühzeitigem Muskelabbau und Gebrechlichkeit?

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Angesichts des demographischen Wandels wird den Problemen der Senioren wieder mehr Beachtung geschenkt. Das ist eine positive und sehr schöne Entwicklung, auch wenn die Motive vielleicht doch oftmals eher ökonomischer Natur sind. Von ebenfalls gesundheitsökonomischer Relevanz sind wohl zwei häufige, altersbezogene Probleme: Gebrechlichkeit (Frailty) und übermäßiger Muskelabbau (Sarkopenie).

Sarkopenie und Frailty

Sarkopenie und Frailty - Zwei häufige Begleiterscheinungen unseres Alterungsprozesses.

Frailty - Ein eigenständiges geriatrisches Syndrom

Frailty zeichnet sich dadurch aus, das die Betroffenen an einer übermäßigen körperlichen Schwäche leiden, nur langsam gehen können, weniger aktiv sind und schnell müde werden. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ausführt, handelt es sich bei Frailty um ein eigenständiges geriatrisches Syndrom, das sich durch eine erhöhte Vulnerabilität des älteren Menschen gegenüber externen Stressoren wie Krankheiten, z. B. Diabetes mellitus, Nebenwirkungen von Medikamenten und körperlicher Überlastung auszeichnet. Dementsprechend handelt es sich somit nicht um ein physiologisch klar definiertes Krankheitsbild, sondern Frailty meint die Kombination aus physiologischen Alterungsprozessen im Zusammenhang mit verschiedensten mit dem Alter oftmals einhergehenden Krankheitheiten und deren Symptomen.

Was ist Sarkopenie genau?

Sarkopenie bedeutet, dass die Betroffenen durch einen ausgeprägten Muskelabbau stark an Muskelkraft verlieren. Frailty und Sarkopenie  sind eng miteinander verbunden und bedeuten in der Summe eine starke Einschränkung der eigenen Mobilität, der Selbstständigkeit und damit letztendlich der Lebensqualität für die Senioren. Das Risiko für andere Erkrankungen steigt ebenso an wie die Sterblichkeitsrate.

Wie entstehen Frailty und Sarkopenie?

Die Entstehung wird von vielen Faktoren beeinflusst, aber einen wesentlichen Anteil daran hat sicherlich eine falsche bzw. unzureichende Ernährung. Dummerweise ergibt das einen Teufelskreis, denn sowohl Sarkopenie als auch Frailty können sich wiederum auf die Ernährung auswirken, wenn z.B. Einkaufen und Kochen mühsam werden oder der allgemeine Appetit durch den Bewegungsmangel sukzessive nachlässt. Gut ist natürlich, wenn sich in diesem Fall der Betroffene in der „kulinarischen Obhut“ der Familie, von Freunden oder Seniorenheimen befindet und das Problem dadurch ganz bewusst angegangen wird. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn nicht nur diese zwei Erkrankungen führen zu einer unzureichenden Nahrungs- bzw. Nährstoffzufuhr. Abnehmender Appetit, Kau- und Schluckbeschwerden, Nebenwirkungen von Medikamenten, finanzielle Einschränkungen, seelische Stressoren wie Kummer, Einsamkeit und Depressionen beeinflussen Qualität und Quantität unserer Nahrungsaufnahme oftmals erheblich.

Ernährungsempfehlungen für Senioren

Es gibt einige Ernährungsempfehlungen für Senioren, mit denen man schon viel erreichen kann: Ein wichtiger erster Ansatz ist zunächst einmal das Erkennen von Problemen beim Essen und noch wichtiger: das Finden von individuellen Lösungen. Ist es der Einkauf der Probleme macht? Ist es eine Depression? Gibt es Schluckbeschwerden oder braucht der Betroffene vielleicht Hilfe beim Essen? Lassen sie sich dazu von Ernährungsberatern, Ärzten, vielleicht auch von Senioreneinrichtungen oder erfahrenen Freunden beraten. Für viele der oben aufgezeigten Probleme lassen sich Lösungen finden. Das eigene Abwarten oder ein Sich-damit-abfinden sind nicht die richtige Antwort auf Problemstellungen, die eine verminderte Nährstoff- und Vitalsstoffzufuhr mit sich bringt.

Energiezufuhr ist wichtig - Speziell auch im Alter

Als nächstes sollte auf eine ausreichende Energiezufuhr geachtet werden, um den weiteren Muskelabbau durch Gewichtsabnahme zu vermeiden. Im Alter geht ein Gewichtsverlust grundsätzlich mit einer Abnahme der Muskelmasse einher. Auch übergewichtige Senioren sollten daher vorsichtig sein. Ein Gewichtsverlust sollte nur in Absprache mit dem Arzt, zusätzlichem Muskeltraining und einer gleichzeitig höheren Eiweißzufuhr angestrebt werden. Senioren benötigen in etwa 25 bis 35 kcal pro kg Körpergewicht und Tag, abhängig von der Aktivität. Eine hohe Eiweißzufuhr (vorausgesetzt es liegen keine Nierenprobleme vor) von 0,8 bis 1,3 g Protein pro kg Körpergewicht und Tag wird empfohlen.Weil man das nicht immer ausrechnen kann, gilt als Faustregel: Zu jeder Mahlzeit entweder Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Eier oder auch Hülsenfrüchte und Kartoffeln in Kombination mit tierischem Eiweiß verzehren.

Vitamin D lässt unsere Muskeln spielen

Vitamin D ist essentiell für die Muskelfunktion. Nur über der Nahrung ist es aber schwierig, unseren täglichen Bedarf an Vitamin D optimal zu decken. Daher bildet die Haut Vitamin D durch das Einwirken von Sonnenlicht. Senioren sollten sich deshalb, auch wegen der Bewegung, der positiven Wirkung auf die Stimmung und den Appetit, möglichst täglich im Freien aufhalten. Wem das nicht möglich ist, der sollte über eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D-Präparaten nachdenken. Viele internationale Studien haben sich mittlerweile diesem wichtigen Prohormon gewidmet und bestätigen seine besondere Wichtigkeit für eine gesunde Funktion unseres Organismus.

Antioxidantien und Omega-3 Fettsäuren

Antioxidantien und Omega-3 Fettsäuren werden nachgesagt, Entzündungsprozesse zu verlangsamen und oxidativen Stress in der Muskulatur zu vermindern. Auf das Altersproblem bezogen bedeutet das, dass auch diese Nährstoffe dazu beitragen, die Mobilität zu erhalten. Die ausreichende Zufuhr an Antioxidantien stellt man ganz einfach durch eine vielseitige und abwechslungsreiche Kost sicher. Darin sollten auf jeden Fall auch Nüsse, hochwertige kaltgepresste pflanzliche Öle, Vollkornprodukte und Obst und Gemüse in möglichst reichhaltiger und bunter Mischung enthalten sein. Fette Fischsorten wie Lachs und Makrele und pflanzliche Öle (z.B. kaltgepresstes Leinöl) liefern die Omega-3 Fettsäuren in guter Konzentration.

Frailty und Sarkopenie richtig begegnen

Wie man sieht, steht eine gesunde Ernährung in direktem Zusammenhang unserer Vitalität. Symptome von Frailty und Sarkopenie lassen sich über eine physiologisch sinnvoll zusammengestellte Ernährung in Kombination mit spezifischer Hilfe bei konkreten Problemen (z.B. Probleme mit der Nahrungsaufnahme) gezielt angehen.  Auch wenn noch viele weitere Faktoren an der Entstehung von Sarkopenie und Frailty beteiligt sind – durch das frühzeitige Erkennen und eine entsprechende Ernährung lassen sich die Folgen dieser häufig anzutreffenden Alterserscheinungen fast in jedem Fall spürbar vermindern.

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