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Histaminintoleranz: Die Unbekannte unter den Nahrungsmittelunverträglichkeiten

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Davon haben höchst wahrscheinlich nur wenige schon einmal gehört: Es gibt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit namens Histaminintoleranz (oder auch Histaminose). Das diese Art der Unverträglichkeit so unbekannt ist, liegt wohl daran, dass eine Histaminose bisher nur bei etwa 1% der Bevölkerung sicher diagnostiziert werden konnte. Aber eine hohe Dunkelziffer gilt unter Experten als wahrscheinlich. Die Schwierigkeit dabei ist das Erkennen des Problems. Die Symptome der Histamin-Unverträglichkeit sind eher unspezifisch und treten nicht immer und nicht bei jedem auf. Häufig jedoch kommt es zu fleckigen Hautrötungen, Nesselsucht und Juckreiz. Dann geht man aber immer erst einmal von einer Allergie aus. Auch die anderen mögliche Symptome einer Histaminose machen das Erkennen nicht gerade einfacher.

 

Histamin-Intoleranz - Histaminunveträglichkeit

Histaminintoleranz (Histaminose): Eine besondere Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit.

 

Symptome der Histamin-Intoleranz

Die Liste an möglichen Symptomen einer Histamin-Unverträglichkeit ist lang und beinhaltet unter anderem Kopfschmerzen, Migräne, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzrasen, Ödeme, Halsschmerzen und sogar das Auftreten von Blasenentzündungen, Menstruationsbeschwerden oder auch Asthma.

Schwierig ist auch die Tatsache, dass die Forschung nach Ursachen und Symptomen der Histaminintoleranz bislang noch nicht sehr weit vorangeschritten ist. Und das, obwohl die Erkrankung schon vor etwa 30 Jahren im Zusammenhang mit der Erforschung biogener Amine relevanter wurde. Einig ist man sich aber darüber, dass es sich bei der Histaminintoleranz um eine erworbene (nicht angeborene) Unverträglichkeit gegenüber dem biogenen Amin Histamin handelt, welches über die Nahrung aufgenommen wird oder vom menschlichen Körper selbst produziert wird.

Wie kommt es zu einer Histamin-Intoleranz?

Eine Theorie ist, dass die Unverträglichkeit durch ein Ungleichgewicht zwischen Histamin Zufuhr und dessen Abbau in Stoffwechselsprozessen ausgelöst wird. Normalerweise wird Histamin ständig durch die Enzyme Diaminoxidase (DAO) und Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) im menschlichen Darm abgebaut. Wenn ein Mangel an diesen Enzymen besteht, dann wird mehr Histamin zugeführt als abgebaut werden kann und der Histaminüberschuss führt daraufhin zu den oben genannten Symptomen. Man kann hier von einer Pseudoallergie sprechen, bei der es sich zwar nicht um eine echte Allergie handelt, der Körper aber trotzdem reagiert, als wäre es eine. Es wird vermutet, dass die Histaminintoleranz in vielen Fällen als Begleiterscheinung zu anderen Unverträglichkeiten (z.B. Fructoseintoleranz) oder anderen Allergien und Nahrungsmittelintoleranzen auftritt. In mehr als 80% der Fälle sollen Frauen betroffen sein. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich die Unverträglichkeit während der Schwangerschaft oder den Wechseljahren kurzzeitig verbessern kann, was bei einigen Allergien der Fall ist.

Wer diagnostiziert eine Histaminunverträglichkeit?

Um eine eindeutige Diagnose zu erhalten, sollte man unbedingtmit seinem Arzt sprechen. Es ist absolut davon abzuraten, eine Histaminose zu provozieren, womöglich durch eine absichtlich überhöhte Zufuhr an Histaminen.Wie bei einer Allergie kann es bei einer Pseudoallergie dennoch auch zu lebensbedrohlichen allergischen Schocks etc. kommen. Eine Provokation ist dementsprechend gefährlich und nicht anzuraten. Vielmehr sollte versucht werden, sich eine gewisse Zeit lang konsequent histaminarm zu ernähren. Wenn die Symptome daraufhin verschwinden, ist eine Histaminose wahrscheinlich. Der Arzt kann außerdem durch Vorher-Nachher-Bluttests Gewissheit verschaffen.

Was tun, wenn eine Histamin-Intolranz diagnostiziert wurde?

Wenn eine Histaminose diagnostiziert wurde, kann man sich helfen, in dem man auf histaminhaltige Lebensmittel weitestgehend verzichtet und ebenso solche Lebensmittel meidet, die eine Freisetzung von körpereigenem Histamin fördern (z.B. Zitrusfrüchte). Histaminhaltige Lebensmittel sind unter anderem Rotwein (je reifer desto mehr), Bier, sauer eingelegtes Gemüse, Essig, reifer Hartkäse, Geräuchertes und diverse Fischprodukte. Auch Medikamente können Histamin freisetzen (z.B. Aspirin).

So genannte Antihistaminika (z.B. Fenistiltabletten) können helfen, wenn es dennoch zu einem Ausbruch gekommen ist. Darüber lässt man sich am besten von seinem Arzt beraten. In manchen Fällen könnte sogar eine prophylaktische Einnahme sinnvoll sein, z.B. wenn man auf eine Feier eingeladen ist. Fachforen im Internet bieten viel Detailwissen zum Thema. Hier herrscht ein reger Erfahrungsaustausch und man bekommt Diät- und Ernährungstipps von Betroffenen aus erster Hand. Dennoch bleibt der Gang zum spezialisierten Facharzt die wichtigste Entscheidung, um sich bei einer vermuteten Histamin-Intoleranz oder einer anderen, selber nicht spezifizierbaren Nahrungsmittelunverträglichkeit Gewissheit zu erlangen.

 

 

Alle Angaben in diesem Blog dienen lediglich der Information. Die in diesem Blog zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden, noch ersetzen sie die Behandlung durch einen Arzt. 

Kommentare

Amelie Winter 15:21 14.05.2012 E-mail

Ich hatte jahrelang praktisch alle Ihrer genannten Beschwerden und bin nur durch Zufall darauf gekommen, dass ich wohl unter HIT leide, weil ich einen Artikel der FET gelesen habe, vgl. http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/188568.html

Die Ernährung wird schon deutlich umständlicher, aber ich bin so froh, dass ich wenigstens einen Ansatz gefunden habe, nachdem mir kein Arzt helfen konnte!
Zum Glück kann man sich heute im Internet selbst informieren.

Ich empfehle allen Betroffenen das Buch von Reinhard Jarisch zur Histaminintoleranz!

Liebe Grüße
Amelie

megaabstauberseo 16:50 16.10.2012 E-mail

Auch mir ging es wie Amelie und niemand wusste, worunter ich leide.

Mein Glück war, dass ich einen Ganzheitlichen Hausarzt gefunden habe, welcher HIT bei mir diagnostizierte. Seit ich die Ernährung umgestellt habe und mit den Antihistaminikas umzugehen gelernt habe geht es mir viel besser.

Liebe Grüße
Marina

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