Natürlich schön und gepflegt mit Biokosmetika
Eine verantwortungsvolle Hautpflege ist sowohl für Allergiker und Neurodermitispatienten als auch für Menschen mit besonderen dermatologischen Ansprüchen ein wichtiges Thema mit täglicher Präsenz und Relevanz. Hier rücken in jüngster Zeit zunehmend die sogenannten Biokosmetika in den Fokus kritischer Kunden. Doch was bedeutet das Präfix "Bio" hier wirklich? Und woran können Verbraucher tatsächlich erkennen, ob die ihnen angebotenen Biokosmetika ihrer ambitionierten Bezeichnung wirklich gerecht werden?

Biokosmetik selbst anzufertigen ist der beste Weg, um sicher zu stellen, dass wirklich alle Inhaltsstoffe "Bio" sind.
Das "Bio" in Biokosmetika ist leider kein geschützter Begriff!
Um es gleich vorweg klar und deutlich zu sagen: Was man ganz konkret unter Biokosmetika verstehen will, ist derzeit noch eine reichlich subjektive Angelegenheit jenseits rechtsverbindlicher Normen oder Vorschriften. Allerdings gibt es eine allgemeine Liste prinzipiell konsensfähiger Kriterien, an der sich die unterschiedlichen Hersteller von Biokosmetika mehr oder weniger umfangreich orientieren. Demnach kann mit Biokosmetika das Folgende gemeint sein:
- Entwickelt und produziert ohne Tierversuche.
- Ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau, dementsprechend
- keine chemisch erzeugten oder künstlichen Ingredienzien.
- Ohne zugesetzte Konservierungsstoffe.
- Ohne Alkohol.
- Ohne allergologisch bedenkliche Wirkstoffe.
- Ohne künstliche Farb- oder Aromastoffe.
- Der Umweltgedanke wird sowohl für die Verpackung als auch für die Produktion und die Rezeptur konsequent umgesetzt.
- Die dermatologisch abgesicherte gute Pflegewirkung ist wissenschaftlich verbürgt.
- Besonders gute Verträglichkeit speziell bei vorgeschädigter, sehr empfindlicher oder überaus anspruchsvoller Haut.
Biokosmetika aus eigener Herstellung
Bei so viel gefühlt spärlicher Produkttransparenz entscheiden sich viele Verbraucher dafür, die von ihnen bevorzugten Biokosmetika selbst herzustellen. Dazu bedarf es zum einen einer sinnvollen Rezeptur, die auf das jeweils gegebene Hautbild optimiert ist, und zum anderen einer seriösen Bezugsquelle, die in gleich bleibend hoher Qualität die für das Anrühren der Biokosmetika benötigten natürlichen Rohstoffe anbietet. Dazu zählen beispielsweise:
- Wachse, Öle und Fette pflanzlicher Herkunft aus kontrolliert biologischem Anbau.
- Standardisierte Auszüge aus Heilkräutern, Heilpflanzen oder Blüten, wahlweise wild gesammelt oder überwacht angebaut.
- Waschaktive Substanzen auf rein pflanzlicher Basis.
Selbstverständlich müssen auch bei der heimischen Eigenproduktion von Biokosmetika strenge Hygienevorschriften beachtet werden, da der bewusste Verzicht auf künstliche Konservierungsstoffe die Verderblichkeit von Cremes und Waschlotionen leider stark beschleunigt.
Ein zuverlässiges Gütesiegel für Biokosmetika?
Nicht jeder Anwender, der sich mit Biokosmetika verwöhnen möchte, ist dazu willens oder in der Lage, die gewünschten Produkte selbst anzumischen. Doch ein blindes Vertrauen in die werblichen Anpreisungen, die sich mit "Bio" schmücken, ist auch nicht empfehlenswert. In diesem Spannungsfeld zwischen berechtigtem Verbraucheranspruch einerseits und merkantilen Herstellerinteressen andererseits könnte ein vertrauenswürdiges und leicht zu erkennendes Gütesiegel für eine verbesserte Sicherheit bei der Kaufentscheidung sorgen. Diesem Vorstoß in Richtung Verbraucherschutz möchte der "Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e. V." (BDIH) Rechnung tragen. Das visuell griffige runde BDIH-Label wird ausschließlich an solche Biokosmetika vergeben, die nach dem sorgfältigen Check einer ausführlichen Anforderungsliste den strengen Test bestehen. Dennoch kann natürlich auch dieser grundsätzlich begrüßenswerte Ansatz keine 100%ige Produktgarantie bieten. Denn einerseits modifizieren viele zertifizierte Hersteller ihre geprüften Rezepturen nach der Siegelvergabe. Und andererseits gibt es zahlreiche Biokosmetika auf dem Markt, die auch ohne das BDIH-Siegel höchsten Ansprüchen nachdrücklich genügen.
Kann man sich als Verbraucher bei Biokosmetika überhaupt absichern?
Ja, das kann man tatsächlich. Dazu bedarf es allerdings eines guten Fachwissens darüber, welche Zutaten grundsätzlich in Biokosmetika wirken dürfen, und welche dort absolut tabu sind. Zusätzlich muss man, wenn die Haut besondere individuelle Ansprüche an die Biokosmetika stellt, ebenfalls Kenntnis darüber haben, welche medizinisch relevanten Wirkstoffe beigefügt sein müssen. Solcherart ausgebildet gilt es dann, die verbindlichen Angaben über die Inhaltsstoffe der im Handel erhältlichen Biokosmetika gründlich und gewissenhaft zu studieren. Passt die Liste der Inhaltsstoffe zum eigenen Kriteriumskatalog, dann hat man die Biokosmetika seiner Wahl gefunden und kann bedenkenlos zugreifen. Weist die Zutatenliste allerdings zu missbilligende Inhaltsstoffe aus, so ist von einer Verwendung dieser speziellen Biokosmetika abzusehen. Ob und inwieweit man dabei die eigenen Ansprüche auch auf das sekundäre Produktkriterium der Umweltverträglichkeit ausdehnt, mag eine persönliche Entscheidung bleiben.
Dienen Biokosmetika nur der Pflege?
Nein, nicht nur. Denn neben dem Ressort der pflegenden Kosmetik haben Naturprodukte inzwischen auch das weite Feld der dekorativen Kosmetik erobert. Hier sind insbesondere natürliche Pflanzen- oder Mineralienpigmente zu benennen, die sowohl eine dezente Tönung des Teints als auch ein ausdrucksstarkes Make-Up ermöglichen. Und den Naturkosmetik-Klassiker Henna kennt man auch nicht erst seit Madonnas Mehndi-Phase.







